Poems by Eugen Roth


Voreilig


Ein Mensch in seinem ersten Zorn
Wirft leicht die Flinte in das Korn,
Und wenn ihm dann der Zorn verfliegt,
Die Flinte wo im Korne liegt.
Der Mensch bedarf dann mancher Finte,
Zu kriegen eine neue Flinte.


Sprichw�rtliches


Ein Mensch bemerkt mit bitterm Zorn,
Da� keine Rose ohne Dorn.
Doch mu� ihn noch viel mehr erbosen,
Da� sehr viel Dornen ohne Rosen.


Man wird bescheiden


Ein Mensch erhofft sich fromm und still,
Da� einst er das kriegt, was er will.
Bis er dann doch dem Wahn erliegt
Und schlie�lich das will, was er kriegt.


Arbeiter der Stirn


Ein Mensch sitzt kummervoll und stier
Vor einem wei�en Blatt Papier.
Jedoch vergeblich ist das Sitzen -
Auch wiederholtes Bleistiftspitzen
Sch�rft statt des Geistes nur den Stift.
Selbst der Zigarre bittres Gift,
Kaffee gar, kannenweis geschl�rft,
Den Geist nicht aus den Tiefen sch�rft,
Darinnen er, gemein verbockt,
H�chst unzug�nglich einsam hockt.
Dem Menschen kann es nicht gelingen,
Ihn auf das leere Blatt zu bringen.
Der Mensch erkennt, da� es nichts n�tzt,
Wenn er den Geist an sich besitzt,
Weil Geist uns ja erst Freude macht,
Sobald er zu Papier gebracht.


Der Rezensent


Ein Mensch hat B�cher wo besprochen
Und liest sie nun im Lauf der Wochen.
Er freut sich wie ein kleines Kind,
Wenn sie ein Bi�chen auch so sind.