Poems by Johan Wolfgang von Goethe
Mignon
Kennst du das Land, wo die Zitronen bl��h'n,
Im dunkeln Laub die Goldorangen gl��h'n,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
Dahin! Dahin
M�0�2cht' ich mit dir, o mein Geliebter, zieh'n.
Kennst du das Haus? Auf S�0�1ulen ruht sein Dach,
Es gl�0�1nzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und seh'n mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
M�0�2cht ich mit dir, o mein Besch��tzer, zieh'n.
Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg;
In H�0�2hlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es st��rzt der Fels und ��ber ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl?
Dahin! Dahin
Geht unser Weg! o Vater, la�0�8 uns zieh'n!
Der S�0�1nger
"Was h�0�2r' ich drau�0�8en vor dem Tor,
Was auf der Br��cke schallen?
La�0�8 den Gesang vor unserm Ohr
Im Saale widerhallen!"
Der K�0�2nig sprach's, der Page lief;
Der Knabe kam, der K�0�2nig rief:
"La�0�8t mir herein den Alten!"
"Gegr���0�8et seid mir, edle Herrn,
Gegr���0�8t ihr, sch�0�2ne Damen!
Welch reicher Himmel! Stern bei Stern!
Wer kennet ihre Namen?
Im Saal voll Pracht und Herrlichkeit
Schlie�0�8t, Augen, euch; hier ist nicht Zeit,
Sich staunend zu ergetzen."
Der S�0�1nger dr��ckt' die Augen ein
Und schlug in vollen T�0�2nen;
Die Ritter schauten mutig drein
Und in den Scho�0�8 die Sch�0�2nen.
Der K�0�2nig, dem das Lied gefiel,
Lie�0�8, ihn zu ehren f��r sein Spiel,
Eine goldne Kette holen.
"Die goldne Kette gib mir nicht,
Die Kette gib den Rittern,
Vor deren k��hnem Angesicht
Der Feinde Lanzen splittern;
Gib sie dem Kanzler, den du hast,
Und la�0�8 ihn noch die goldne Last
Zu andern Lasten tragen.
Ich singe, wie der Vogel singt,
Der in den Zweigen wohnet;
Das Lied, das aus der Kehle dringt,
Ist Lohn, der reichlich lohnet.
Doch darf ich bitten, bitt ich eins:
La�0�8 mir den besten Becher Weins
In purem Golde reichen."
Er setzt' ihn an, er trank ihn aus:
"O Trank voll s���0�8er Labe!
O wohl dem hochbegl��ckten Haus,
Wo das ist kleine Gabe!
Ergeht's euch wohl, so denkt an mich,
Und danket Gott so warm, als ich
F��r diesen Trunk euch danke."
Ballade
vom vertriebenen und zur��ckkehrenden Grafen
"Herein, o du Guter! du Alter, herein!
Hier unten im Saale, da sind wir allein,
Wir wollen die Pforte verschlie�0�8en.
Die Mutter, sie betet; der Vater im Hain
Ist gangen, die W�0�2lfe zu schie�0�8en.
O sing uns ein M�0�1rchen, o sing es uns oft,
Da�0�8 ich und der Bruder es lerne;
Wir haben schon l�0�1ngst einen S�0�1nger gehofft.
Die Kinder, sie h�0�2ren es gerne.
"Im n�0�1chtlichen Schrecken, im feindlichen Graus,
Verl�0�1�0�8t er das hohe, das herrliche Haus,
Die Sch�0�1tze, die hat er vergraben.
Der Graf nun so eilig zum Pf�0�2rtchen hinaus,
Was mag er im Arme denn haben?
Was birget er unter dem Mantel geschwind?
Was tr�0�1gt er so rasch in die Ferne?
Ein T�0�2chterchen ist es, da schl�0�1ft nun das Kind."
Die Kinder, sie h�0�2ren es gerne.
"Nun hellt sich der Morgen, die Welt ist so weit,
In T�0�1lern und W�0�1ldern die Wohnung bereit,
In D�0�2rfern erquickt man den S�0�1nger.
So schreitet und heischt er undenkliche Zeit,
Der Bart w�0�1chst ihm l�0�1nger und l�0�1nger;
Doch w�0�1chst in dem Arme das liebliche Kind,
Wie unter dem gl��cklichsten Sterne,
Gesch��tzt in dem Mantel vor Regen und Wind."
Die Kinder, sie h�0�2ren es gerne.
"Und immer sind weiter die Jahre ger��ckt,
Der Mantel entf�0�1rbt sich, der Mantel zerst��ckt,
Er k�0�2nnte sie l�0�1nger nicht fassen.
Der Vater, er schaut sie, wie ist er begl��ckt!
Er kann sich f��r Freude nicht lassen;
So sch�0�2n und so edel erscheint sie zugleich,
Entsprossen aus t��chtigem Kerne;
Wie macht sie den Vater, den teuren, so reich!"
Die Kinder, sie h�0�2ren es gerne.
"Da reitet ein f��rstlicher Ritter heran,
Sie recket die Hand aus, der Gabe zu nah'n;
Almosen will er nicht geben.
Er fasset das H�0�1ndchen so kr�0�1ftiglich an:
Die will ich, so ruft er, 'auf's Leben!'
'Erkennst du', erwidert der Alte, 'den Schatz,
Erhebst du zur F��rstin sie gerne;
Sie sei dir verlobet auf gr��nendem Platz.'"
Die Kinder, sie h�0�2ren es gerne.
"Sie segnet der Priester am heiligen Ort;
Mit Lust und mit Unlust ziehet sie fort;
Sie m�0�2chte vom Vater nicht scheiden.
Der Alte, er wandelt nun hier und bald dort,
Er tr�0�1get in Freuden sein Leiden.
So hab' ich mir Jahre die Tochter gedacht,
Die Enkelein wohl in der Ferne;
Sie segn ich bei Tage, sie segn' ich bei Nacht."
Die Kinder, sie h�0�2ren es gerne.
Er segnet die Kinder; da polterts am Tor,
"Der Vater, da ist er!" Sie springen hervor.
Sie k�0�2nnen den Alten nicht bergen.
"Was lockst du die Kinder! du Bettler! du Tor!
Ergreift ihn, ihr eisernen Schergen!
Zum tiefsten Verlie�0�8 den Verwegenen fort!"
Die Mutter vernimmts in der Ferne,
Sie eilet, sie bittet mit schmeichelndem Wort.
Die Kinder, sie h�0�2ren es gerne.
Die Schergen, sie lassen den W��rdigen steh'n,
Und Mutter und Kinder, sie bitten so sch�0�2n;
Der f��rstliche Stolze verbei�0�8et
Die grimmige Wut, ihn entr��stet das fleh'n,
Bis endlich sein Schweigen zerrei�0�8et:
"Du niedrige Brut! du vom Bettlergeschlecht!
Verfinsterung f��rstlicher Sterne!
Ihr bringt mir Verderben! Geschieht mir doch Recht!"
Die Kinder, sie h�0�2rens nicht gerne.
Noch stehet der Alte mit herrlichem Blick,
Die eisernen Schergen, sie treten zur��ck;
Es w�0�1chs't nur das Toben und W��ten:
"Schon lange verflucht' ich mein eh'liches Gl��ck,
Da sind nun die Fr��chte der Bl��ten!
Man leugnete stets, und man leugnet mit Recht,
Da�0�8 je sich der Adel erlerne;
Die Bettlerin zeuget mir Bettlergeschlecht!"
Die Kinder, sie h�0�2rens nicht gerne.
"Und wenn euch der Gatte, der Vater verst�0�2�0�8t,
Die heiligsten Bande verwegentlich l�0�2s't,
So kommt zu dem Vater, dem Ahnen!
Der Bettler vermag, so ergraut und entbl�0�2�0�8t,
Euch herrliche Wege zu bahnen.
Die Burg, die ist meine! Du hast sie geraubt,
Mich trieb dein Geschlecht in die Ferne.
Wohl bin ich mit k�0�2stlichen Siegeln beglaubt!"
Die Kinder, sie h�0�2ren es gerne.
Rechtm�0�1�0�8iger K�0�2nig, er kehret zur��ck,
Den Treuen verleiht er entwendetes Gl��ck,
"Ich l�0�2se die Siegel der Sch�0�1tze."
So rufet der Alte mit freundlichem Blick:
"Euch k��nd' ich die milden Gesetze.
Erhole dich, Sohn! Es entwickelt sich gut,
Heut einen sich selige Sterne;
Die F��rstin, sie zeugte dir f��rstliches Blut!"
Die Kinder, sie h�0�2ren es gerne.
Das Veilchen
Ein Veilchen auf der Wiese stand
Geb��ckt in sich und unbekannt;
Es war ein herzig's Veilchen.
Da kam eine junge Sch�0�1ferin,
Mit leichtem Schritt und munterm Sinn,
Daher, daher,
Die Wiese her, und sang.
"Ach!" denkt das Veilchen, "w�0�1r' ich nur
Die sch�0�2nste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen,
Bis mich das Liebchen abgepfl��ckt
Und an dem Busen matt gedr��ckt!
Ach nur, ach nur
Ein Viertelst��ndchen lang!"
Ach! aber ach! das M�0�1dchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm,
Ertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb und freut' sich noch:
"Und sterb' ich denn, so sterb' ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren F���0�8en doch."
Der untreue Knabe
Es war ein Knabe frech genung,
War erst aus Frankreich kommen;
Der hatt' ein armes M�0�1del jung
Gar oft in Arm genommen,
Und liebgekos't und liebgeherzt,
Als Br�0�1utigam herumgescherzt,
Und endlich sie verlassen.
Das braune M�0�1del das erfuhr,
Vergingen ihr die Sinnen;
Sie lacht' und weint' und bet't' und schwur,
So fuhr die Seel' von hinnen.
Die Stund', da sie verschieden war,
Wird bang dem Buben, graus't sein Haar,
Es treibt ihn fort zu Pferde.
Er gab die Sporen kreuz und quer
Und ritt auf alle Seiten,
Her��ber, hin��ber, hin und her,
Kann keine Ruh' erreiten;
Reit't sieben Tag' und sieben Nacht',
Es blitzt und donnert, st��rmt und kracht,
Die Fluten rei�0�8en ��ber.
Und reit't in Blitz und Wetterschein
Gem�0�1uerwerk entgegen,
Bind't 's Pferd hau�0�8' an und kriecht hinein
Und duckt sich vor dem Regen.
Und wie er tappt und wie er f��hlt,
Sich unter ihm die Erd' erw��hlt;
Er st��rzt wohl hundert Klafter.
Und als er sich ermannt vom Schlag,
Sieht er drei Lichtlein schleichen.
Er rafft sich auf und krabbelt nach;
Die Lichtlein ferne weichen;
Irrf��hren ihn die Quer' und L�0�1ng',
Trepp' auf, Trepp' ab, durch enge G�0�1ng',
Verfallne, w��ste Keller.
Auf einmal steht er hoch im Saal,
Sieht sitzen hundert G�0�1ste,
Hohl�0�1ugig grinsen allzumal
Und winken ihm zum Feste.
Er sieht sein Sch�0�1tzel untenan
Mit wei�0�8en T��chern angetan,
Die wend't sich -
Erlk�0�2nig
Wer reitet so sp�0�1t durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fa�0�8t ihn sicher, er h�0�1lt ihn warm.
"Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?"
"Siehst, Vater, du den Erlk�0�2nig nicht?
Den Erlenk�0�2nig mit Kron und Schweif?"
"Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif."
"Du liebes Kind, komm', geh' mit mir!
Gar sch�0�2ne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand;
Meine Mutter hat manch g��lden Gewand."
"Mein Vater, mein Vater, und h�0�2rest du nicht,
Was Erlenk�0�2nig mir leise verspricht?"
"Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind!
In d��rren Bl�0�1ttern s�0�1uselt der Wind."
"Willst, feiner Knabe, du mit mir geh'n?
Meine T�0�2chter sollen dich warten sch�0�2n;
Meine T�0�2chter f��hren den n�0�1chtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein."
"Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlk�0�2nigs T�0�2chter am d��stern Ort?"
"Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau."
"Ich liebe dich, mich reizt deine sch�0�2ne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt."
"Mein Vater, mein Vater, jetzt fa�0�8t er mich an!
Erlk�0�2nig hat mir ein Leids getan!"
Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er h�0�1lt in Armen das �0�1chzende Kind,
Erreicht den Hof mit M��he und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.
Der Fischer
Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Ein Fischer sa�0�8 daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
K��hl bis an's Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor;
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.
Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
"Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach w���0�8test du, wie's Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und w��rdest erst gesund.
Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt sch�0�2ner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverkl�0�1rte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew'gen Tau?"
Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Netzt' ihm den nackten Fu�0�8;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll,
Wie bei der Liebsten Gru�0�8.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war's um ihn gescheh'n:
Halb zog sie ihn, halb sank er hin,
Und ward nicht mehr geseh'n.
Der K�0�2nig in Thule
Es war ein K�0�2nig in Thule
Gar treu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Einen goldnen Becher gab.
Es ging ihm nichts dar��ber,
Er leert' ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm ��ber,
Sooft er trank daraus.
Und als er kam zu sterben,
Z�0�1hlt' er seine St�0�1dt' im Reich,
G�0�2nnt' alles seinem Erben,
Den Becher nicht zugleich.
Er sa�0�8 beim K�0�2nigsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem V�0�1tersaale,
Dort auf dem Schlo�0�8 am Meer.
Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut,
Und warf den heil'gen Becher
Hinunter in die Flut.
Er sah ihn st��rzen, trinken
Und sinken tief in's Meer.
Die Augen t�0�1ten ihm sinken;
Trank nie einen Tropfen mehr.
Das Bl��mlein Wundersch�0�2n
Lied des gefangnen Grafen
Graf
Ich kenn ein Bl��mlein Wundersch�0�2n
Und trage darnach Verlangen;
Ich macht es gerne zu suchen gehn,
Allein ich bin gefangen.
Die Schmerzen sind mir nicht gering;
Denn als ich in der Freiheit ging,
Da hatt ich es in der N�0�1he.
Von diesem ringsum steilen Schlo�0�8
La�0�8' ich die Augen schweifen
Und kann's von hohem Turmgescho�0�8
Mit Blicken nicht ergreifen;
Und wer mir's vor die Augen br�0�1cht,
Es w�0�1re Ritter oder Knecht,
Der sollte mein Trauter bleiben.
Rose
Ich bl��he sch�0�2n und h�0�2re dies
Hier unter deinem Gitter.
Du meinest mich, die Rose, gewi�0�8,
Du edler armer Ritter!
Du hast gar einen hohen Sinn,
Es herrscht die Blumenk�0�2nigin
Gewi�0�8 auch in deinem Herzen.
Graf
Dein Purpur ist aller Ehren wert
Im gr��nen �0�5berkleide;
Darob das M�0�1dchen dein begehrt,
Wie Gold und edel Geschmeide.
Dein Kranz erh�0�2ht das sch�0�2nste Gesicht:
Allein du bist das Bl��mchen nicht,
Das ich im stillen verehre.
Lilie
Das R�0�2slein hat gar stolzen Brauch
Und strebet immer nach oben;
Doch wird ein liebes Liebchen auch
Der Lilie Zierde loben.
Wem 's Herze schl�0�1gt in treuer Brust
Und ist sich rein, wie ich, bewu�0�8t,
Der h�0�1lt mich wohl am h�0�2chsten.
Graf
Ich nenne mich zwar keusch und rein
Und rein von b�0�2sen Fehlen;
Doch mu�0�8 ich hier gefangen sein
Und mu�0�8 mich einsam qu�0�1len.
Du bist mir zwar ein sch�0�2nes Bild
Von mancher Jungfrau, rein und mild:
Doch wei�0�8 ich noch was Liebers.
Nelke
Das mag wohl ich, die Nelke, sein,
Hier in des W�0�1chters Garten;
Wie w��rde sonst der Alte mein
Mit so viel Sorge warten?
Im sch�0�2nen Kreis der Bl�0�1tter Drang,
Und Wohlgeruch das Leben lang,
Und alle tausend Farben.
Graf
Die Nelke soll man nicht verschm�0�1h'n;
Sie ist des G�0�1rtners Wonne:
Bald mu�0�8 sie in dem Lichte steh'n,
Bald sch��tzt er sie vor Sonne;
Doch was den Grafen gl��cklich macht,
Es ist nicht ausgesuchte Pracht:
Es ist ein stilles Bl��mchen.
Veilchen
Ich steh' verborgen und geb��ckt
Und mag nicht gerne sprechen,
Doch will ich, weil sich's eben schickt,
Mein tiefes Schweigen brechen.
Wenn ich es bin, du guter Mann,
Wie schmerzt mich's, da�0�8 ich hinauf nicht kann
Dir alle Ger��che senden!
Graf
Das gute Veilchen sch�0�1tz' ich sehr:
Es ist so gar bescheiden
Und duftet so sch�0�2n; doch brauch' ich mehr
In meinem herben Leiden.
Ich will es euch nur eingesteh'n:
Auf diesen d��rren Felsenh�0�2h'n
Ist's Liebchen nicht zu finden.
Doch wandelt unten, an dem Bach,
Das treuste Weib der Erde,
Und seufzet leise manches Ach,
Bis ich erl�0�2set werde.
Wenn sie ein blaues Bl��mchen bricht
Und immer sagt: "Vergi�0�8 mein nicht!"
So f��hl ich's in der Ferne.
Ja, in der Ferne f��hlt sich die Macht,
Wenn zwei sich redlich lieben;
Drum bin ich in des Kerkers Nacht
Auch noch lebendig geblieben.
Und wenn mir fast das Herze bricht,
So ruf' ich nur: "Vergi�0�8 mein nicht!"
Da komm' ich wieder ins Leben.
Ritter Kurt's Brautfahrt
Mit des Br�0�1utigams Behagen
Schwingt sich Ritter Kurt auf's Ro�0�8;
Zu der Trauung soll's ihn tragen,
Auf der edlen Liebsten Schlo�0�8:
Als am �0�2den Felsenorte
Drohend sich ein Gegner naht:
Ohne Z�0�2gern, ohne Worte
Schreiten sie zu rascher Tat.
Lange schwankt des Kampfes Welle,
Bis sich Kurt im Siege freut;
Er entfernt sich von der Stelle,
�0�5berwinder und gebleut.
Aber was er bald gewahret
In des Busches Zitterschein!
Mit dem S�0�1ugling still gepaaret
Schleicht ein Liebchen durch den Hain.
Und sie winkt ihm auf das Pl�0�1tzchen:
"Lieber Herr, nicht so geschwind!
Habt Ihr nichts an Euer Sch�0�1tzchen,
Habt Ihr nichts f��r Euer Kind?"
Ihn durchgl��het s���0�8e Flamme,
Da�0�8 er nicht vorbeibegehrt,
Und er findet nun die Amme,
Wie die Jungfrau, liebenswert.
Doch er h�0�2rt die Diener blasen,
Denket nun der hohen Braut,
Und nun wird auf seinen Stra�0�8en
Jahresfest und Markt so laut,
Und er w�0�1hlet in den Buden
Manches Pfand zu Lieb und Huld:
Aber ach! da kommen Juden
Mit dem Schein vertagter Schuld.
Und nun halten die Gerichte
Den behenden Ritter auf.
"O verteufelte Geschichte!
Heldenhafter Lebenslauf!
Soll ich heute mich gedulden?
Die Verlegenheit ist gro�0�8.
Widersacher, Weiber, Schulden,
Ach! kein Ritter wird sie los."
Hochzeitlied
Wir singen und sagen vom Grafen so gern,
Der hier in dem Schlosse gehauset,
Da, wo ihr den Enkel des seligen Herrn,
Den heute verm�0�1hlten, beschmauset.
Nun hatte sich jener im heiligen Krieg
Zu Ehren gestritten durch mannigen Sieg.
Und als er zu Hause vom R�0�2sselein stieg,
Da fand er sein Schl�0�2sselein oben,
Doch Diener und Habe zerstoben.
"Da bist du nun, Gr�0�1flein, da bist du zu Haus;
Das Heimische findest du schlimmer!
Zum Fenster, da ziehen die Winde hinaus,
Sie kommen durch alle die Zimmer.
Was w�0�1re zu tun in der herbstlichen Nacht?
So hab ich doch manche noch schlimmer vollbracht,
Der Morgen hat alles wohl besser gemacht.
Drum rasch, bei der mondlichen Helle
In's Bett, in das Stroh, in's Gestelle!"
Und als er im willigen Schlummer so lag,
Bewegt es sich unter dem Bette.
"Die Ratte, die raschle, solange sie mag!
Ja, wenn sie ein Br�0�2selein h�0�1tte!"
Doch siehe! da stehet ein winziger Wicht,
Ein Zwerglein so zierlich mit Ampelenlicht,
Mit Rednergeb�0�1rden und Sprechergewicht,
Zum Fu�0�8 des erm��deten Grafen,
Der, schl�0�1ft er nicht, m�0�2cht er doch schlafen.
"Wir haben uns Feste hier oben erlaubt,
Seitdem du die Zimmer verlassen,
Und weil wir dich weit in der Ferne geglaubt,
So dachten wir eben zu prassen.
Und wenn du verg�0�2nnest und wenn dir nicht graut,
So schmausen die Zwerge, behaglich und laut,
Zu Ehren der reichen, der niedlichen Braut."
Der Graf im Behagen des Traumes:
"Bedienet euch immer des Raumes!"
Da kommen drei Reiter, sie reiten hervor,
Die unter dem Bette gehalten;
Dann folget ein singendes klingendes Chor
Possierlicher kleiner Gestalten;
Und Wagen auf Wagen mit allem Ger�0�1t,
Da�0�8 einem so H�0�2ren als Sehen vergeht,
Wie's nur in den Schl�0�2ssern der K�0�2nige steht;
Zuletzt auf vergoldetem Wagen
Die Braut und die G�0�1ste getragen.
So rennet nun alles in vollem Galopp
Und k��rt sich im Saale sein Pl�0�1tzchen;
Zum Drehen und Walzen und lustigen Hopp
Erkieset sich jeder ein Sch�0�1tzchen.
Da pfeift es und geigt es und klinget und klirrt,
Da ringelt's und schleift es und rauschet und wirrt,
Da pispert's und knistert's und flistert's und schwirrt;
Das Gr�0�1flein, es blicket hin��ber,
Es d��nkt ihn, als l�0�1g er im Fieber.
Nun dappelt's und rappelt's und klappert's im Saal
Von B�0�1nken und St��hlen und Tischen,
Da will nun ein jeder am festlichen Mahl
Sich neben dem Liebchen erfrischen;
Sie tragen die W��rste, die Schinken so klein
Und Braten und Fisch und Gefl��gel herein;
Es kreiset best�0�1ndig der k�0�2stliche Wein;
Das toset und koset so lange,
Verschwindet zuletzt mit Gesange.
Und sollen wir singen, was weiter geschehn,
So schweige das Toben und Tosen.
Denn was er so artig im kleinen gesehn,
Erfuhr er, geno�0�8 er im gro�0�8en.
Trompeten und klingender singender Schall
Und Wagen und Reiter und br�0�1utlicher Schwall,
Sie kommen und zeigen und neigen sich all,
Unz�0�1hlige, selige Leute.
So ging es und geht es noch heute.
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